Success Story: Der Kreidehalter

Ein kurzes Projekt um mir die Gewogenheit meiner Freundin meinen Hobbys gegenüber weiterhin zu sichern. Sie wollte eine Ablagemöglichkeit für den Stylus die Kreide an ihrer archaischen ToDo-App in der Küche (synct noch nicht mal in die Cloud!!).

3 Minuten Blender + 35 Minuten Druckzeit == Weiterhin ungestörte, harmonische Abende. Unten in der Werkstatt. 🙂

Erste Erfahrungen mit Autodesk 123D Catch

Wow, das ist absolut faszinierend. 123D Catch. Man fotografiert ein Objekt aus vielen Blickrichtungen, lädt die Bilder in die Cloud, wo daraus ein 3D Modell berechnet wird, welches man dann in alle gängigen Formate exportieren kann.

Dieses sehr feine und detaillierte Mesh ist aus 77 Bildern meines Lieblings-„Objektes“ entstanden. Im Fotostudio mit neutralem Hintergrund und möglichst homogener Ausleuchtung.

Leider gibt es den 123D Catch Client derzeit nur für Windows, dummerweise funktionierte dieser auch nicht richtig in einer Windows XP VM, so dass ich ein nativ laufendes Windows 7 booten musste. Das Hochladen und Berechnen der 77 Bilder mit 68 MB dauerte nicht lang, etwa eine halbe Stunde wurde dafür benötigt.

Das Ergebnis ist beeindruckend. Die Gesichtszüge werden fehlerfrei wiedergegeben. Lediglich ein paar Bilder des Hinterkopfes konnten nicht richtig zugeordnet werden, was mich nicht weiter verwundert, hier fehlen dem Programm nötige Anhaltspunkte für das  Zusammenfügen der Bilder. Man hat jedoch im Client die Möglichkeit, recht komfortabel manuell Bezugspunkte hinzuzufügen, pro Bild werden vier solcher Punkte mit Verweisen auf je zwei schon dem Modell zugeordneten Bildern benötigt.

Ein wenig in das Objekt in Blender verbessern und schon hat man eine schön druckbare Büste der Geliebten für den Schreibtisch. Wer sie kennt erkennt sie sofort. 🙂

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Widerlegt: Probieren geht über studieren

Am „Was?“ und „Wie?“ mangelt es in meinem Fall nicht. Die Liste mit in diesem Leben noch herzustellenden Objekten – nennen wir sie mal ganz professionell Produkte – ist sehr, sehr lang. Soviel zum „Was?“. Was das „Wie?“ angeht, kann ich mich im Grunde auch nicht beklagen, mir fallen genügend Wege ein, ein Produkt so zu gestalten dass es funktionieren könnte.

Das „könnte“ ist das Problem. Nach den beiden oben genannten Punkten wird es zäh. Was mir fehlt, ist grundsätzliches Wissen. Antworten auf Fragen wie „Wie dick muss ich das und das gestalten damit es die und die Belastung aushält?“. Oder: „Wie schwer wird dies und das wenn ich es so und so stark mache?“. Um nur zwei Beispiele zu nennen. Auch fehlt es mir immer noch an Erfahrung im Umgang mit unserem lieben Werkstoff PLA.

Deswegen ist mein Workflow bei der Herstellung von Produkten vollkommen auf try and error basierend. Also absolut zeitraubend und ineffektiv. Und das nervt auf Dauer ungemein.

Ein kleines Beispiel: Ziel war es, eine passgenaue Halterung für die (durch den Einsatz von Gelwürfeln) entkoppelte Befestigung einer Canon S95 am Roll-/Tilt-Halter des Copters zu konstruieren. Da die Kamera durchaus auch mit Objektiv nach unten geneigt werden kann, muss die Halterung auch an der Frontseite Gewicht aufnehmen können. Nach mehreren Stunden Entwurf hier der erste Prototyp:

Zwei Teile: Ein exakt an das Gehäuse der Kamera angepasste Innenteil, welches mit dem äußeren Konstrukt über verklebte Gelwürfel verbunden ist. Man ahnt es bereits: Das Ding ist viel zu schwer! Aber da ich nach dem Motto „Probieren geht über studieren“ arbeite, muss ich es natürlich erst ausdrucken, was viele Stunden dauert. Erst danach stelle ich fest: 90g. Viel zu viel.

Wieder in Blender das Design vereinfacht. Und wieder ausgedruckt. Und wieder ein Fehler. Zu schwer? Zu instabil? Völlig daneben? Kommt leider immer erst nach dem Drucken raus. Gedruckt, fail, gedruckt, fail. So geht das dann eine ganze Woche lang. Die endgültige Lösung ist unglaublich einfach, so einfach, dass es mich ebenso unglaublich ärgert, nicht früher drauf gekommen zu sein. Zwei simple U-förmige Profile, in denen die Kamera eingeklemmt wird, natürlich mit ausreichend Gelpads gepolstert.

Und es funktioniert perfekt. Stabil und leicht, was will man mehr? Und trotzdem bin ich extrem unzufrieden, was den Entwicklungsprozess angeht. Hier wurde meine Maxime „Der Weg ist das Ziel“ eindeutig zu sehr ausgereizt.

Materialunterschiede

Schon vor ein paar Monaten habe ich mich bei der German RepRap Foundation mit frischem PLA eingedeckt. Grundsätzlich bin ich damit auch zufrieden. Leider musste ich jedoch feststellen, dass sich die gelieferten Drähte sehr unterscheiden. So verhält sich zum Beispiel das schwarze Material ganz anders als das weiße oder das leuchtorangene. Dieses ist viel störrischer, die Extrusion läuft weit weniger smooth als bei anderen Materialien. Es ist mehr Druck nötig. Egal bei welcher Temperatur. Von 190°C bis 240°C habe ich alles ausprobiert.

Vielleicht hat dies auch den im letzten Beitrag beschriebenen Fehler verursacht.

Dies zeigt mir, dass die Beschaffenheit des Plastiks ungemein wichtig ist. Von einem Einsatz des schwarzen PLAs im Ultimaker würde ich abraten. Scheint eh schon ausverkauft zu sein.

Die verflixten 8mm

Nach Wochen und Monaten relativ stressfreien und problemlosen Druckens sank die Motivation meines Ultimakers die letzten Tage rapide. Eine ordentliche Extrusion war nicht mehr möglich, es kam zu wenig Material, der Vortrieb (Extruder) fraß sich ständig in das Filament (auf deutsch heißt das ja offiziell „Schweißdraht“, da bleib ich lieber beim englischen Ausdruck). Auf der Fehlersuche, die nerviges Auseinandernehmen des Druckkopfes in erhitztem Zustand (!) beinhaltete, stieß ich auf folgendes Szenario:

Ein richtig schöner Pfropfen (jetzt muss ich mich schon wieder über die deutsche Sprache wundern). Dieser entstand folgendermaßen: Die Halteklammer, die den Schlauch, in dem das Filament zum Druckkopf geführt wird, arretiert, ließ diesen ein wenig nach oben rutschen. Im zwischen dem Schlauch und dem Messing-Tubus entstehenden Hohlraum konnte sich dadurch oben zu sehender Pfropf bilden, schließlich ist/darf das Material an dieser Stelle noch nicht richtig flüssig sein. Genau dieses Problem ist in diesem Thread beschrieben, im Forum findet man auch Lösungsansätze für die Verbesserung der Hardware an dieser Stelle.

Was hat dies jetzt mit 8 Millimetern zu tun? Nun ja, wenn man nicht aufpasst und den Schlauch nicht genau nach Anleitung montiert, d.h. nicht darauf achtet, dass er genau 8mm in den Druckkopf reinragen muss, hat man wieder ein Problem. So bei mir geschehen. Wieder alles zerlegt und die Finger angekokelt. Duh!

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Projekt: Videobrille für Brillenträger

Leider ist die Fatshark Dominator nicht mit zwischengeschalteter Sehhilfe zu benutzen. Und Kontaktlinsen sind für mich einfach keine Option, ich finde sie einfach nur unangenehm, auch nach längerer Tragezeit. Was tun? Ein neues Gehäuse muss her! Zum Glück habe ich ja mit dem 3D Drucker ein ideales Werkzeug…

So soll das Ding mal aussehen. Modelliert wie immer in Blender.

Das Design kann sich natürlich noch ändern… *hust*

Erste Prototypen sind sehr vielversprechend. Ein spannendes Projekt, welches die Möglichkeiten eines 3D Druckers sehr, sehr gut ausnutzt!

 

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FPV, ich komme

Um den Sender und die Cloverleaf Antenne ordentlich befestigen zu können, habe ich mir eine Halterung gedruckt, die am LiPo Halter des Mikrokopters befestigt werden kann. Somit hat die Antenne einen guten Platz am Vehikel, schön weit unten, weg von störenden Einflüssen. Außerdem habe ich die sehr fragil wirkende Antenne mit einem kleinen Ei vor Umwelteinflüssen geschützt.

Für solche Kleinteile ist der Drucker das ideale Werkzeug.

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Sehr gerne erledige ich mithilfe des Ultimakers auch Aufträge, die nicht nur mir und meinen Basteleien etwas nutzen, sondern der Familie, Freunden und Bekannten zeigen, dass man dieses Gerät auch sinnvoll einsetzen kann. Und werbe damit für Verständnis dafür, dass ich ganze Wochenenden unten in der Werkstatt verbringe.

So wurde das Fahrrad meiner Freundin Opfer eines vandalistischen Anschlags. Einfach ein neues Licht zu kaufen wäre zwar einfacher gewesen. Aber auch langweiliger. Also mal eben in Blender ein neues Gehäuse gebastelt und in niedriger Qualität ausgedruckt. Innen mit Chrom-Emulations-Lack angemalt. Zeitaufwand nicht mal eine Stunde. Und alle sind glücklich.

 

Input/Output Error

Ab und an blieb der Ultimaker hängen. Einfach so. Im Log stand irgendwas von Input/Output Error. Für die Ansteuerung des Druckers benutze ich ein kleines Netbook mit Windows 7 Starter. Also mal eben in die Ereignisanzeige geschaut, ob irgendein Fehler aufgetaucht ist. Nichts.

Anstatt mich mit Windows rumzuärgern, habe ich mich dazu entschlossen, Linux in Form von Ubuntu parallel zu installieren. Und seitdem flutscht es.

Fragt mich nicht wieso. Ich will es gar nicht wissen.

Kleine Bemerkung am Rande: Vor etwa 10 Jahren habe ich mich während meiner Ausbildung zum Fachinformatiker intensiv mit Linux beschäftigt. Damals war das alles noch relativ experimentell, zumindest was den Einsatz auf einem Desktop bzw. Laptop angeht. Es ging sehr viel wertvolle Lebenszeit für – zumindest aus jetziger Sicht – unnötige Frickeleien drauf. Die Konfiguration einer internen WLAN Karte in einem Sony Vaio war damals noch ein mehrwöchiges Abenteuer. Um auf den Punkt zu kommen: Bei jedem, seit meinem Umstieg auf Mac OS selten gewordenen Kontakt mit Linux/Ubuntu, bin ich immer wieder darüber erstaunt, wie komfortabel dies(e) OS/Distribution mittlerweile geworden ist. Die Installation auf oben erwähntem Netbook war absolut schmerzfrei. Sehr smooth. Alle Komponenten funktionierten auf Anhieb. Fein. Ich mag Open Source.

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Ikarus05 – Absturzursachenforschung… Mal wieder

Das ist ja alles unglaublich unlustig. So viel Zeit vergeudet – zumindest wenn man das dabei Gelernte außen vor lässt – für nichts und wieder nichts. Jetzt hab ich die Schnauze so richtig voll. Doch bei allem Scheitern hat die Sache auch eine positive Seite: Er flog. Zwar nicht wie gewünscht (hehe), aber immerhin. Damit konnte ich beweisen, dass es durchaus möglich ist, einen sowohl ausreichend leichten als auch ausreichend stabilen Multicopter Rahmen zu drucken, also zumindest einen Großteil des Rahmens.

Wie bitter, nun hab ich vom fertigen Zustand noch nicht mal Fotos. Diese wollte ich erst nach erfolgreichem Erstflug machen. Eine derartige Vergänglichkeit kam mir nicht in den Sinn.

Nachdem erste Tests in der Hand erfolgreich verliefen, wagte ich mich an den ersten richtigen Flug. Erst mal nur in Bodennähe, in hindernisfreier Umgebung, bei bestem Flugwetter. Er hob ab und flog astrein. Ein wenig wacklig zwar noch, das Einstellen der PID Werte lag noch vor uns, aber stabil. Soweit der schöne Teil der Geschichte. Nach ca. 30 Sekunden Flug in 2 bis 3m Höhe gab das gute Stück plötzlich Vollgas, flog davon wie eine Rakete und stürzte nach wilden Flugmanövern ungebremst aus geschätzten 30m Höhe auf eine Teerstraße. Natürlich… Teerstraße. Was auch sonst. Mein Glück ist ab und zu kaum zu fassen. Schön matschiger Boden und die Schäden wären bei weitem nicht so hoch. Ich hasse Teerstraßen.

Wie kann es sein, dass der Copter plötzlich unkontrollierbar wegstieg? Aus einem absolut stabilen Flug heraus, ohne dass ich irgendwas verändert hätte, also Wechseln des Modus oder ähnliches? Tja. Keine Ahnung. Ich würde ja gern in die Logs schauen, aber der APM ist komplett tot und will nicht mehr mit mir sprechen. Was mich nicht wundert, so wie der aussieht. An meinem Sender (Graupner MX-12) kann es eigentlich nicht liegen, zumindest würde mich das sehr überraschen. Es ließ sich daran jedenfalls kein Fehler feststellen.

Was ging kaputt? Diese Liste muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ein unglaublicher Absturz. Dagegen waren die bisherigen Crashes Kindergeburtstag.

  • ArduPilot Mega (Der zweite nach meiner Wasserlandung)
  • Magnetometer (Kompass)
  • GPS
  • Graupner GR-12 Empfänger (verursacht nur noch einen Kurzschluss)
  • GoPro HD (!)
  • Roll/Nick Kameraaufhängung
  • Sämtliche selbstgedruckten Rahmenteile
  • 4 Motorwellen (zwei sehen noch einigermaßen gerade aus)
  • 6 Propeller

Aua aua aua. Das Thema ArduCopter ist für mich jedenfalls gegessen. Wobei ich die Schuld nicht diesem Projekt zuschieben will, ganz und gar nicht. Schließlich ist die Ursache des Absturzes sehr unklar. Es lag tendenziell wohl eher am Benutzer. Ich bin immer noch davon überzeugt, das der ArduPilot eine sehr gute Plattform ist.

Nur nicht für mich.