Keine Chemikalien dank SOG und Ammovit

Einbau des SOG-Systems in der Heckgarage

Lassen Sie uns über Kot sprechen.

Man kann sich vorstellen, dass Fäkalien, die in einem Plastikbehälter fröhlich vor sich hin gären, irgendwann zu stinken beginnen. Um dies zu verhindern, gibt der Camper der Cassette Chemikalien hinzu. Diese zersetzen Kot und Urin, verhindern dass Leben entsteht und dämmen so den Würgereiz beim Entleeren der Kassette. Da für uns von vornherein klar war, trotz der Bezeichnung Chemietoilette auf diese zu verzichten, haben wir uns einen zweistufigen Kotgestankverhinderungsplan ™ ausgedacht:

SOG System

Im Grunde ein über einen Schlauch mit der Kassette verbundener Ventilator, der bei Öffnung des Schiebers anspringt und Wohlgerüche nach draußen saugt. Um den Stellplatznachbar nicht zu ärgern, werden Düfte recht effektiv mithilfe eines Aktivkohlefilters aufgefangen. Das System gibt es in zwei Ausführungen. Einmal zum Einbau in die Entsorgungsklappe des Aufbaus und einmal als in meinen Augen schöner integrierte Variante mit Auslass in Boden oder Dach. Da in unserem Mobil Platz genug vorhanden ist, habe ich mich für die zweite Variante entschieden. In einer Ecke des hinteren Stauraums war schnell ein schöner Platz für Lüfter und Filter gefunden. Und wieder mit schwitzenden Händen ein großes Loch in das Wohnmobil gebohrt… Damit keine Feuchtigkeit eindringen kann, habe ich mit Sikaflex nicht gespart und den Auslass richtig schön satt eingeklebt. Noch ein Loch ins Holz in Richtung Fäkalientank und eins in den Deckel des Auslasses der Kassette. Da der mitgelieferte Schlauch zu kurz war, musste ich ihn mithilfe eines passenden Installationsschlauchs verlängern. Die Installation des Mikroschalters an der Mechanik des Toilettenschiebers ist eine etwas diffizilere Angelegenheit, lässt sich jedoch durch die sehr gut bebilderte Installationsanleitung auch vom Laien durchführen. Ebenso der Anschluss des Systems an die Elektrik der Toilette. Insgesamt eine sehr schöne Bastelei ohne unnötige Fallstricke, ganz nach meinem Geschmack! Bis jetzt funktioniert das System anstandslos. Es empfiehlt sich, den Schieber schon während der Benutzung der Toilette zu öffnen, da unangenehme Gerüche somit schon kurz nach deren Entstehung sehr effektiv aus dem Mobil gesaugt werden. Der stetige Luftstrom, der einem dabei um gewisse Körperteile streicht, ist zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, kann aber gerade im Sommer bei hohen Temperaturen recht angenehm wirken. 😉

Ammovit

Ein biologisch vollständig abbaubarer Zusatz für den Fäkalientank. Es bindet Schwefelwasserstoff und Ammoniak (aus dem Urin) und verhindert somit weitestgehend erfolgreich eine Geruchsbildung. Dank einer beschleunigten Zersetzung werden feste Bestandteile verflüssigt, heraus kommt eine dunkle, gut fließende Masse, die beinahe schon neutral duftet. So wie Kuhfladen im Vergleich zu Hundehaufen. Ins Gesicht schmieren würde ich mir das Zeug trotzdem nicht. Ammovit kommt in einer an nassen Sand erinnernden Form und ist extrem ergiebig. Für eine Standard Fäkalienkassette mit 20 Litern reichen ein oder zwei gehäufte Esslöffel. Leider hat es die unschöne Eigenschaft, Plastik zu verfärben. Deshalb ist es ratsam, es direkt in die entleerte Kassette zu geben oder es in Klopapier zu kleinen Bomben zu falten und diese in die (Kunststoff-)Toilette zu werfen. Noch viel eleganter ist der Einsatz von sich bei Kontakt zu Flüssigkeit zersetzenden Beuteln. So kann man sich schon vor Antritt der Reise ein Arsenal aufbauen. Vielen Dank an Marc für diesen Tipp!

Bis jetzt sind wir von der Kombination dieser beiden Maßnahmen absolut begeistert! Der Verzicht auf die chemische Keule beruhigt unser ökologisches Gewissen und bietet den riesengroßen Vorteil, die Kassette im Grunde überall entsorgen zu können. Sei es in einer normalen Toilette oder in einem im Wald gebuddelten Loch. Klar, das SOG System bedeutet einen gewissen finanziellen und gegebenenfalls zeitlichen Aufwand, ich kann mir jedoch vorstellen, dass sich diese Investition in Hinblick auf die nicht gerade günstigen chemischen Zusätze nach einiger Zeit auszahlt. Oder vielleicht auch nicht. Ist ja auch egal, denn insgesamt überwiegen die Vorteile.

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