Zurück ins Kinderzimmer mit RetroPie

Road Riot 4WD

Ein richtiges Bastelprojekt kann man dies eigentlich nicht nennen. Dafür ist es viel zu einfach und der benötigte Zeitaufwand zu gering. Aber genau das ist der Punkt: Als berufstätiger Familienvater bleibt einfach wenig Zeit und leider neigt man dazu, das letzte bisschen Freizeit für weniger anspruchsvolle Aufgaben zu nutzen. Sprich auf dem Sofa vor der Glotze.

Ich muss zugeben, dass ich durch das in Kürze bevorstehenden Release der neuen Nintendo Konsole ein wenig auf den Hypetrain aufgesprungen bin. Mir geht es wohl wie vielen anderen Menschen meiner Generation: Mit Nintendo verbinde ich Erinnerungen an Stunden voll Spaß und Aufregung, Frust und Glücksmomenten. Aber auch Zeiten der Vorfreude und Ungeduld bis Weihnachten oder den Geburtstag. Und witzigerweise erscheint die Nintendo Switch fast an meinem Geburtstag. Mein Kindheits-Ich freut sich also schon ungemein darauf. Sprichwörtlich wie ein Kind.

Das Thema Nintendo ist also derzeit, zumindest bei mir, sehr angesagt. Daraus entstand der Wunsch, die alten Konsolen zu hervorzukramen und damit auch Kindheitserinnerungen. Doch leider Gottes sind diese nicht auffindbar. Weder das NES, noch das SNES. Auch das N64 und der Gamecube nicht. Selbst die geliebte Dreamcast ist nicht auffindbar. Der letzte Standort war der Dachboden des Elternhauses. Ordentlich in Schachteln verpackt. Leider muss ich davon ausgehen, dass meine Schätze einer rigorosen Aufräumaktion meines Vaters zum Opfer fielen. Ich kann gar nicht beschreiben, wie traurig mich dieser Verlust macht. Aber es besteht zumindest noch die Hoffnung, dass die Konsolen wieder auftauchen.

Was tun? Zu viel Geld will ich nicht ausgeben. Und hey, da liegt ja noch ein Raspberry Pi rum, der seit einiger Zeit auf Aufgaben wartet. Emulation!!! Nach einer kurzen Recherche stieß ich auf RetroPi. Die Installation ist gewohnt einfach. ROMs bekommt man über einschlägige Seiten oder Torrents und finden den Weg in die „Konsole“ übers Netzwerk per Samba Freigabe. Sind ja bei den 8 und 16 Bit Konsolen nur ein paar Kilobyte. Erstaunlich, welche Spielwelten (und wie viel Stunden Spielspaß) man in so wenigen Bytes unterbringt. Haben doch aktuelle Spiele bis zu 60 Gigabyte…  Nun gut, Xbox Controller und Fernseher angeschlossen und schon geht es los.

Und trotz etwas andersartigem Controller funktioniert die Zeitreise und erinnert an packende Duelle in Mario KartF-Zero und Road Riot (siehe Bild, eigentlich eine ziemlich Gurke, machte aber trotzdem Spaß), das Staunen über die 3D Grafik in Starfox und den Frust über (für Kinder) zu schwere Spiele wie Adventure Island. Mann, dieses doofe Adventure Island. Irgendwann werde ich es BESIEGEN!

Bevor ich es vergesse: Natürlich braucht der Raspberry Pi noch eine passende Verpackung. Auf Thingiverse fiel mir dieses im NES Stil gehaltene Gehäuse auf. Deshalb habe ich meinen Ultimaker angeworfen, nach mehrjähriger Pause. Entstaubt, geschmiert, ein paar Schrauben nachgezogen und das Ding läuft wieder. Toll!

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