URBEX: Dietrich-Eckart-Krankenhaus in der Stanggaß

Ein beeindruckend großer Krankenhaus-Komplex mit langen Gängen, vielen Zimmern und Behandlungsräumen, einem dunklen und modrigen Keller. Leider schon sehr stark vandalisiert und geplündert. Man sieht es dem Gebäude leider sehr deutlich an, dass es seit über 10 Jahren nicht mehr bewacht wird und frei zugänglich ist. Dennoch stößt man immer wieder auf überraschend gut erhaltene und unberührt wirkende Winkel und Details. Ob sich ein Besuch noch lohnt, lässt sich schwer sagen, eine längere Anfahrt würde ich persönlich jedoch nicht auf mich nehmen.

Die Bilder sind bei drei Besuchen im letzten Herbst entstanden.

Ein paar Informationen zur Geschichte der Klinik:

Das alte Berchtesgadener Bezirkskrankenhaus war seit längerem zu klein geworden und entsprach nicht mehr den modernen medizinischen Anforderungen. Auf ausdrücklichen Wunsch Hitlers sollte Berchtesgaden ein zusätzliches, „der Bedeutung des Landes entsprechendes neues Krankenhaus“ erhalten. Die Grundsteinlegung erfolgte am 6. Mai 1938 in Anwesenheit von Erich Hilgenfeldt, dem Leiter der Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV). Obwohl das Richtfest bereits Mitte (15.) Dezember 1939 gefeiert wurde, wurde das Dietrich-Eckart-Krankenhaus – so der offizielle Name zu Ehren des frühen Förderers Hitlers – erst am 13. Juni 1942 vom Gauleiter von München-Oberbayern und bayerischen Innenminister Adolf Wagner eröffnet. Die NSV trug die Kosten für den Bau und stellte das Pflegepersonal, Eigentümerin des Krankenhauses und Trägerin der Verwaltung war aber die Marktgemeinde Berchtesgaden. Baurat und Architekt Edgar Berge errichtete einen Flachbau für 200 Patienten, wobei alle Krankenzimmer nach Süden ausgerichtet waren und Balkone hatten, damit die Betten in die Sonne geschoben werden konnten. Mitten im Krieg wurde die als „eine der modernsten nationalsozialistischen Heilstätten“ gerühmte Einrichtung sogleich als Wehrmachtslazarett in Betrieb genommen. Der Bau der ergänzend geplanten NS-Schwesternschule, für die die Pläne bereits vorlagen, wurde auf die Nachkriegszeit verschoben und nicht mehr realisiert. Das Dietrich-Eckart-Krankenhaus wurde als Kurklinik Berchtesgaden bis 1996 genutzt, als die Betreibergesellschaft Insolvenz anmelden musste.

Quelle: Festschrift 850 Jahre Bischofswiesen

8 Kommentare
  1. Stefan
    Stefan says:

    Wir waren letzten Sommer dort und durften ganz offiziell ein kleines filmchen drehen.
    Deine Fotos sind klasse, endlich sieht man die Klinik so wie ich sie wahrgenommen habe – keine überflüssigen Latex-Models, keine schlechten Horrorgeschichten und vor allem kein HDR 🙂

    Es war mit ein vergnügen, mich 3 mal durch die Galerie zu klicken!

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