Mein Foto Backup Workflow – Von der Kamera in die Cloud

Leica in der Cloud

Meine Fotos sind wohl der größte materielle Schatz, den ich besitze.

Das eigentlich wertvolle an Bildern sind die Erinnerungen, die man damit verknüpft. Erinnerungen, die man möglichst nicht verlieren sollte. Seit über zehn Jahren fotografiere ich nun digital, davor schon analog, außerdem habe ich in den letzten Jahren die doch sehr große Fotosammlung meiner Familie (an die 80 Dia-Magazine etc.) digitalisiert. Herausgekommen ist ein riesiger Datenbestand, der ständig wächst. Seit über zwei Jahren benutze ich nun das im folgenden beschriebene System. Für den ein oder anderen mag es ein wenig paranoid erscheinen, aber wie gesagt, diese Daten sind unwiederbringlich und für mich (und sicher irgendwann auch für den Nachwuchs) äußerst wertvoll.

Erste Kopie: Apple Time Machine

Ich schieße meine Bilder meist im RAW Format und entwickle sie mit Adobe Photoshop Lightroom* auf einem MacBook Pro. Dieses wird über die Apple Time Machine gesichert, und das bequem per WLAN (oder LAN, wenn’s mal schneller gehen soll) auf ein Qnap TS-559 Pro NAS (5 Festplatten, Raid 5), das gut geschützt durch ein Gehäuse und eine USV im Heizungskeller hängt (siehe Bild). Da der Laptop nur eine SSD besitzt, ist der Platz doch arg begrenzt, deswegen verschiebe ich nach ein paar Monaten die Daten (monatsweise) auf eine WD Elements Portable externe Festplatte mit 2TB*. Auf dieser sind alle Bilder der Lightroom Bibliothek gespeichert, im Moment in etwa 1,3 TB. Die Festplatte hat den Vorteil, dass sie keine Stromversorgung benötigt und man dadurch angenehm mobil bleibt. Falls man mal eben ein paar Bilder herzeigen will, reicht auch das von Lightroom erstellte Vorschaubild. Beim Rüberschieben der Daten bleibe ich übrigens in der selben Lightroom Bibliothek, ich aktualisiere quasi nur den Pfad zu den Originalen.

Für den weiteren Verlauf noch wichtig: Von jeder RAW oder TIF Datei erstelle ich über eine Export Voreinstellung eine Kopie als JPG, die der Bibliothek sofort wieder hinzugefügt wird und einen Stapel mit dem Original bildet (siehe Bild, zwei Häkchen setzen). Diese Duplikate stören nicht, da man Stapel ganz einfach mit der Taste „S“ ein- beziehungsweise ausklappen kann.

Zweite Kopie: Externe Festplatte

Der komplette Datenbestand liegt außerdem noch auf einer externen 3,5″ Festplatte, die bei meinen Eltern gelagert wird und in unregelmäßigen Abständen aktualisiert wird. Meiner Meinung nach ist eine dezentrale Verteilung der Daten die wichtigste Maßnahme zur Datensicherung.

Dritte Kopie: NAS mit Raid 5

Nachdem die Daten auf die externe Festplatte verschoben wurden, fehlt natürlich die Sicherung durch die Time Machine. Deshalb erstelle ich sofort nach diesem Schritt einen Abzug auf das Qnap NAS. Das geschieht per rsync auf eine AFP Freigabe. Dieser Befehl wird komfortabel über ein Skript gestartet:

#!/bin/bash

rsync -ae ssh --progress --compress --stats --human-readable /Volumes/Bilder/Bilder\ extern/ nas.local:/share/MD0_DATA/Bilder

Da zur Übertragung SSH genutzt wird, funktioniert es auch außerhalb des heimischen Netzes. Zumindest theoretisch, mir ist unwohl dabei, Ports nach außen hin zu öffnen.

Vor dem Absetzen des Befehls überprüfe ich, ob sich Videos in die Bibliothek geschlichen hat. Diese lösche ich aus der Lightroom Bibliothek und speichere sie manuell auf dem NAS.

Vierte Kopie: In die Cloud

Das NAS kümmert sich nun um ein Backup in die Cloud. Nach Evaluierung von Funktionen und Kosten habe ich mich damals für den Cloud-Dienst Elephantdrive entschieden. Wie es heute aussieht, kann ich leider nicht sagen, eventuell gibt es mittlerweile bessere Angebote. Nach dieser unsäglichen NSA-Affäre bereue ich übrigens sehr, dass ich die Daten nicht vor der Übertragung verschlüsselt habe. Eine Umstellung würde zum jetzigen Zeitpunkt bedeuten, dass ich sehr viele Gigabytes erneut hochladen müsste, was bei meinem DSL Anschluss Monate dauern würde. Elephantdrive hat sich jedenfalls bewährt. Es funktioniert sehr komfortabel und wird komplett über die Konfigurationsoberfläche des NAS administriert. Eine wichtige Einstellung: Über einen Filter werden nur JPG Dateien hochgeladen, nicht jedoch RAW oder TIF Dateien. Deswegen müssen wie erähnt alle RAW Dateien in JPGs umgewandelt werden.

Was kann also passieren?

Einige Szenarien die hoffentlich nie eintreten werden:

  • Laptop wird geklaut, irgendwo vergessen oder geht schlicht und einfach kaputt: Time Machine
  • Einbruch, geklaut wird der Laptop und zufälligerweise auch die externe 2,5″ Festplatte, da mit in der Laptop-Tasche: NAS, neuere Bilder von der Time Machine, ältere direkt aus der Freigabe
  • Das Haus brennt komplett ab: 3,5″ Festplatte und Cloud Backup. Leider wohl Verlust neuerer Daten
  • Die Krim-Krise eskaliert, es kommt zu einem Atomkrieg: BILDER??

 

Zusammenfassung

Die Bilder liegen also auf einer externen Festplatte (jedoch nicht die neuesten), auf dem NAS im Keller (Time Machine und Freigabe), ca. 150 km Luftlinie entfernt bei meinen Eltern und irgendwo in den NSAUSA. Ob wirklich alle Schritte notwendig sind, ist natürlich fraglich. Ich persönlich will jedoch kein Risiko eingehen.

Ich hoffe, dass dieser Workflow oder zumindest ein Teil davon dem ein oder anderen Leser als Inspiration dazu dient, die eigene Sicherungsmethode zu überdenken und gegebenenfalls auszubauen!



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